Der junge Ralf König
Ralf König: Der junge König, Band 1: Die frühen Comix 1980-1984, Hamburg 2014.

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Man muss es ganz klar sagen: Ralf König ist auch nicht mehr der Jüngste.

Da er indes seit 34 Jahren als Comiczeichner unterwegs ist, wurde es im Hinblick auf sein zunehmend gesetztes Alter an der Zeit für eine Gesamtausgabe seiner Comics. Und da fängt man mit den Frühwerken an. Sinnigerweise natürlich.

Gesamtausgabe? Nun ja, das denn doch nicht. Der Zeichner geniert sich und hat einige seiner Frühwerke nicht zur neuen Verwurstung freigegeben. Das ist schade, denn was an Frühwerken aus den Jahren 1980 bis 1984 präsentiert wird, ist schon der Hammer.

Ralf König war in diesen Jahren der genaue Beobachter der Schwulen. Er spießte ihr Treiben auf, treffsicher. Der geneigte Leser kann seinen Weg verfolgen von den ersten Strichen hin zu den Knollennasen. Knollennasen scheinen ein Markenzeichen zu sein: nein, nein, nicht nur von ihm. Vor ihm verpassten schon Uderzo und Loriot ihren gezeichneten Männlein und Weibchen Knollennasen. Die Knolle fürís Komische? Seine Figuren ohne fette Nasen überzeugen mich auch heute, seine Frühwerke überzeugten mich zu meiner Frühzeit durch ihre Geschichten und ihren Witz, sicher nicht durch die Größe der Gesichtserker. Und sie überzeugten durch die Schwänze und die Ärsche. In der Zeit der Edathys und der von Böttichers (die eine hat nur Bilder von nackten Jungs angeguckt, der andere hat ein Teenagergirl wohl flachgelegt) ist es gewagt, am Ende des Bandes die Geschichte eines Knaben zu zeigen, und natürlich seines Gehänges.

Neben den gemalten Geschichten gibt es noch einige knappe Einführungen und eine Schlussbetrachtung, dazu zwei Bilder des jungen geilen Ralf König, mit langen Haaren, so wie ich einst. Seufz.

Kurz und gut: der Band ist lesenswert und eine Zierde für jeden Bücherschrank. In meinem steht er schon!

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Bearbeitet am 30. August 2014